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Italo will Fernverkehr in Deutschland erweitern

  • 4. Mai
  • 2 Min. Lesezeit
Italo will Fernverkehr in Deutschland erweitern

Der italienische Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo bereitet seinen Einstieg in den deutschen Fernverkehr vor und verfolgt dabei ehrgeizige Pläne. Hinter dem Projekt steht Luca Cordero di Montezemolo, der ehemalige Ferrari-Chef und Gründer von Italo, der seine Vision kürzlich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorgestellt hat. Ab April 2028 soll Italo in Deutschland aktiv werden und damit in direkte Konkurrenz zur Deutschen Bahn treten. Für das Vorhaben ist ein Investitionsvolumen von rund 3,6 Milliarden Euro vorgesehen, das auch einen langfristigen Wartungsvertrag einschließt. Der operative Betrieb soll über die neu gegründete Tochtergesellschaft Atrium SE organisiert werden, die als eigenständiges Unternehmen unter deutscher Leitung agieren wird.


Neben dem Ausbau des Wettbewerbs verspricht das Projekt auch wirtschaftliche Impulse. So plant Italo die Schaffung von rund 2.500 Arbeitsplätzen im Service- und Betriebsbereich. Zusätzlich könnten mehr als 5.000 Industriearbeitsplätze entstehen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, wo ein Großteil der Zugproduktion angesiedelt werden soll. Erste Einstellungen könnten bereits ab Juni 2026 erfolgen. Montezemolo verweist dabei auf die Erfahrungen aus Italien, wo der Markteintritt von Italo laut eigenen Angaben zu einem deutlichen Rückgang der Ticketpreise geführt habe, im Durchschnitt um etwa 40 Prozent. Ähnliche Effekte hält er auch in Deutschland für realistisch: Mehr Wettbewerb könne sowohl die Preise senken als auch die Servicequalität verbessern und das Bahnfahren insgesamt attraktiver machen.


Allerdings ist das Vorhaben nicht unumstritten. Der Mobilitätsanbieter Flix hat bereits Einsprüche gegen entsprechende Vereinbarungen eingelegt, was den geplanten Start verzögern könnte. Dennoch zeigt sich Montezemolo optimistisch und betont die langfristige Perspektive des Engagements in Deutschland. Ziel sei es, den Bahnverkehr nachhaltig zu stärken, vorausgesetzt, die regulatorischen Rahmenbedingungen lassen dies zu. Konkret plant Italo den Einsatz von 30 Hochgeschwindigkeitszügen des Typs Velaro von Siemens. Insgesamt sollen täglich 56 Verbindungen angeboten werden, darunter stündliche Verbindungen zwischen München, Köln und Dortmund sowie zweistündliche Verbindungen zwischen München, Berlin und Hamburg.


Bildquelle: italotreno.com

 
 
 

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