VBB-Fahrplanwechsel: Mehr Regionalzüge, weniger S-Bahn-Verbindungen

Zum Fahrplanwechsel im Dezember baut der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sein Angebot im Regionalverkehr aus. Fahrgäste sollen von dichteren Takten, längeren Zügen und zusätzlichen Direktverbindungen profitieren. Gleichzeitig sorgen umfangreiche Bauarbeiten für Einschränkungen auf mehreren Strecken. Auch bei der Berliner S-Bahn müssen sich Pendler auf größere Abstände zwischen einzelnen Fahrten einstellen.
Mit dem Start des Netzes Nord-Süd 2 ist auf den Linien RE3, RE4 und RE5 grundsätzlich ein durchgehender Stundentakt vorgesehen. Der RE3 verbindet künftig Stralsund und Lutherstadt Wittenberg stündlich. Die Anbindung von Schwedt übernimmt die ebenfalls stündlich verkehrende RB61, während die bisherigen Verstärkerzüge zwischen Angermünde und Berlin als neue Linie RE9 fahren. Der RE5 wird montags bis freitags tagsüber stündlich bis Ludwigsfelde verlängert. Zwischen Berlin und Neustrelitz sollen die letzten Züge künftig auch unter der Woche bis 23 Uhr unterwegs sein.
Auf der Linie RE1 ermöglichen verlängerte Bahnsteige in Hangelsberg, Berkenbrück, Jacobsdorf (Mark) und Pillgram den Einsatz längerer Züge mit bis zu 800 Sitzplätzen. Eisenhüttenstadt erhält in der Hauptverkehrszeit bis auf eine Ausnahme wieder stündliche Direktverbindungen nach Berlin. Voraussichtlich ab Juli 2027 sollen zusätzliche Züge aus Frankfurt (Oder), die derzeit in Erkner enden, wieder bis in die Hauptstadt fahren. Damit wären perspektivisch drei Verbindungen pro Stunde möglich.
Auch die Flughafenanbindung wird dichter: Der Flughafen-Express FEX fährt künftig direkt vom Berliner Hauptbahnhof über Potsdamer Platz und Südkreuz zum BER. Zwischen etwa 4 Uhr und 0.30 Uhr ist ein 15-Minuten-Takt vorgesehen, nachts fährt er stündlich. Zusammen mit dem RE20 entstehen bis zu fünf Verbindungen pro Stunde zum Flughafen.
Baustellen begrenzen allerdings einen Teil des Angebots. Wegen der verlängerten Sanierung der Lehrter Bahn fährt der RE4 voraussichtlich bis Juli 2027 nur zwischen Wustermark und Falkenberg (Elster), anschließend vorübergehend ab Nennhausen. Ab dem 16. Oktober bis Dezember 2027 wird zusätzlich der Bahnhof Berlin-Spandau gesperrt. Die RB23 verkehrt 2027 lediglich zwischen Golm und Potsdam-Griebnitzsee. Auf der Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus endet der RE2 baubedingt in Lübbenau. Der RE20 bindet Cottbus stündlich über Calau an; zwischen Lübbenau und Cottbus fahren Ersatzbusse.
Bei der Berliner S-Bahn wird das Angebot während der Hauptverkehrszeit auf zwei Abschnitten reduziert. Aufgrund der Ertüchtigung älterer Fahrzeuge gilt auf der S1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz sowie auf der S5 zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße künftig ein 5/5/10-Minuten-Takt anstelle des bisherigen durchgehenden 5-Minuten-Takts.
Zum Jahreswechsel steigen zudem die Fahrpreise. Ab dem 1. Januar 2027 werden VBB-Tickets im Durchschnitt rund 3,75 Prozent teurer. Als Gründe nennt der Verkehrsverbund hohe Kosten für Kraftstoffe, Personal und Investitionen. Der monatliche Preis des Deutschlandtickets steigt von 63 auf 66,80 Euro. Bildquelle: ODEG
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