RE1 droht 2029 der Stillstand: Jahrelange Einschränkungen für Pendler
- 5. Aug.
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Aktualisiert: 7. Aug.

Auf der Regionalexpresslinie RE1 müssen sich Fahrgäste auf weitere schwierige Jahre einstellen. Nach dem Ende der aktuellen Sperrung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) folgen unmittelbar neue Einschränkungen. Besonders kritisch könnte es 2029 werden: Dann droht die stark genutzte Verbindung zeitweise nahezu vollständig auszufallen.
Die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) betreibt die Linie seit Ende 2022. Nach Angaben von Geschäftsführer Lars Gehrke konnte der RE1 seitdem nur während zehn bis 15 Prozent der Zeit so fahren, wie es die Länder Berlin und Brandenburg bestellt hatten. Betroffen ist die wichtigste Regionalverkehrslinie der Hauptstadtregion, die täglich für rund 65.000 Fahrten genutzt wird.
Allein 2026 summieren sich die Sperrzeiten laut Gehrke auf fast vier Monate. Während der aktuellen Bauarbeiten müssen Reisende zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) teilweise auf Busse ausweichen. Statt der üblichen 51 Minuten dauert eine Fahrt vom Ostkreuz nach Frankfurt derzeit rund zwei Stunden. Auch nach der Eröffnung des neuen Bahnhofs Fangschleuse am 15. August ist keine Entspannung in Sicht. Zwischen Berlin Ostbahnhof und Erkner fällt der RE1 wegen weiterer Arbeiten noch bis zum 24. August aus.
Zusätzliche Probleme gibt es in Berkenbrück. Voraussichtlich bis November 2026 können Züge in Richtung Frankfurt dort nicht halten. Obwohl die Verlängerung des Bahnsteigs bereits abgeschlossen sein soll, sind weitere Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik notwendig. Zwischen Berkenbrück und Fürstenwalde werden deshalb Ersatzbusse eingesetzt.
Für Ärger sorgen außerdem die teilweise verkürzten Züge. Weil noch nicht alle Bahnsteige für das geplante Acht-Wagen-Konzept ausgebaut sind, kann die ODEG auf einigen Verbindungen derzeit nur Vier-Wagen-Züge einsetzen. Zuvor waren dort sechs Wagen üblich. Die geringere Kapazität führt besonders zu den Hauptverkehrszeiten zu überfüllten Zügen. Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 sollen auf zwei der drei RE1-Verbindungen Acht-Wagen-Einheiten mit bis zu 800 Sitzplätzen eingesetzt werden. Die Züge von und nach Magdeburg bleiben dagegen auf sechs Wagen begrenzt.
Weitere Unterbrechungen sind bereits angekündigt. Vom 27. November bis zum 11. Dezember 2026 wird der Abschnitt zwischen Berlin Ostbahnhof und Fürstenwalde erneut gesperrt. 2027 soll es zwar weniger Einschränkungen geben, doch wegen des Baus des Regionalbahnhofs Köpenick bleibt dort nur ein Gleis nutzbar. Der neue Bahnhof soll Ende 2027 eröffnet werden und künftig ebenfalls vom RE1 angefahren werden.
Im Jahr 2028 verschärft sich die Situation erneut. Vom 7. Januar bis zum 4. Februar wird die Strecke zwischen dem Ostendgestell bei Köpenick und Berkenbrück vollständig gesperrt. Außerdem soll die Berliner Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Ostkreuz ab April für 28 Wochen größtenteils nur eingleisig befahrbar sein. Zwischen Werder, Brandenburg an der Havel und Biederitz ist vom 23. Juni bis zum 15. September ebenfalls eine Sperrung vorgesehen. Gleichzeitig sollen zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt mehrere Monate lang keine Züge fahren.
Besonders problematisch könnte 2029 werden. Für den Ostabschnitt zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wird noch über verschiedene Bauvarianten beraten. DB InfraGO bevorzugt bislang eine neunmonatige Vollsperrung, stößt damit jedoch auf Widerstand. Als mögliche Alternativen werden kürzere Sperrabschnitte oder ein zeitweiser eingleisiger Betrieb geprüft.
Auch auf dem westlichen Teil des RE1 sind bereits umfangreiche Bauarbeiten beschlossen. Nach den bisherigen Planungen könnten 2029 gleichzeitig die Verbindungen zwischen Frankfurt und Berlin sowie zwischen Berlin und Werder ausfallen. Zwischen Werder und Biederitz käme ein eingleisiger Betrieb hinzu. Weitere Sperrungen in Berlin sind vom 27. April bis zum 22. Juni vorgesehen. Aus Sicht von ODEG-Chef Gehrke käme dies einer zeitweisen Einstellung des RE1 gleich.
Die zahlreichen Baustellen belasten nicht nur die Reisenden, sondern auch den Betreiber. Während der aktuellen Sperrung werden bei der Odeg täglich 22 Dienstschichten nicht benötigt. Gleichzeitig fehlen Stellplätze für ungenutzte Züge. Für den Ersatzverkehr sind derzeit 27 Busse im Einsatz. Die jährlichen Kosten liegen nach Unternehmensangaben im einstelligen Millionenbereich.
Gehrke fordert deshalb eine bessere Abstimmung und Bündelung der Bauprojekte. Für Fahrgäste sei kaum nachvollziehbar, warum sich die Arbeiten über viele Jahre verteilen und immer neue Unterbrechungen verursachen. Ohne eine veränderte Planung drohen dem RE1 und seinen täglich Zehntausenden Nutzern noch lange erhebliche Einschränkungen.
Bildquelle: TeamBahn
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