Neuer Infraplan: Klare Ziele für die Schiene – Finanzierung bleibt offen
Aktualisiert: vor 4 Tagen

Weniger Störungen, zuverlässigere Züge und ein leistungsfähigeres Schienennetz: Mit dem neuen „Infraplan“ will der Bund die Modernisierung der Bahninfrastruktur gezielter steuern. Der erste Plan umfasst die Jahre 2026 bis 2030 und legt fest, welche Fortschritte bei Sanierung, Digitalisierung, Elektrifizierung sowie beim Aus- und Neubau erreicht werden sollen. Auch Bahnhöfe und Lärmschutz gehören dazu.
Acht zentrale Kennzahlen sollen die Entwicklung messbar machen. Dazu zählen beispielsweise neue Gleiskilometer, elektrifizierte Strecken und Verspätungen durch Infrastrukturstörungen. Werden Ziele verfehlt, soll nachgesteuert werden. Allerdings bleiben Lücken: Für die Korridorsanierungen fehlen bislang konkrete Zielwerte für 2027 bis 2030. Das Konzept, besonders belastete Strecken monatelang zu sperren und umfassend zu erneuern, wird derzeit überprüft.
Auch die langfristige Finanzierung ist noch nicht verbindlich geregelt. Ein geplanter Eisenbahninfrastrukturfonds soll künftig Geld über einzelne Haushaltsjahre hinaus absichern und Anfang 2028 funktionsfähig sein. Welche Einnahmen den Fonds speisen sollen, ist jedoch offen. Ergänzend soll spätestens zum 1. Januar 2027 eine neue Leistungsvereinbarung für das bestehende Netz gelten. Bei verfehlten Zielen könnten Vertragsstrafen vorgesehen werden.
Branchenvertreter begrüßen den Infraplan als ersten Schritt, fordern aber verlässliche Finanzierungszusagen und eine klare langfristige Netzplanung. Kritik gibt es außerdem am vorgesehenen Ausbautempo. Für Fahrgäste wird entscheidend sein, ob aus den Vorgaben tatsächlich weniger Störungen und pünktlichere Verbindungen entstehen.
Bildquelle: DB InfraGO AG / Main Motion
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