Nach fast elf Jahren Stillstand: Die Bahnverbindung nach Groningen kehrt zurück

Die Schienenverbindung zwischen Leer und Groningen steht vor ihrem Neustart: Erstmals seit fast elf Jahren ist wieder ein Zug über die Friesenbrücke bei Weener gefahren. Mit der Premierenfahrt aus den Niederlanden ist ein entscheidender Schritt geschafft, ab Montag soll die „Wunderline“ auch für Fahrgäste den Betrieb aufnehmen.
Die wiederhergestellte Verbindung soll den grenzüberschreitenden Alltag erleichtern und die Region enger zusammenbringen. Ob zur Arbeit, zum Studium oder für einen Tagesausflug: Reisende können künftig wieder mit dem Zug über die Ems und weiter ins Nachbarland fahren. Auf deutscher Seite gehören neben Leer und Weener auch die reaktivierten Bahnhöfe Bunde und Ihrhove zu den Haltepunkten.
Zum Neustart gibt es allerdings auch Kritik. Der Fahrgastverband Pro Bahn bemängelt, dass die Verbindung zunächst keine kürzeren Reisezeiten bringt. Wegen einer Langsamfahrstelle auf niederländischer Seite müssen Reisende demnach in den kommenden Monaten unter der Woche umsteigen. Nur am Wochenende sollen die Züge durchgehend fahren. Der bisherige Bus zwischen Leer und Groningen sei sogar schneller als die neue Bahnverbindung. Auch bei der Zuverlässigkeit der Strecke zwischen Leer und Oldenburg sieht der Verband weiterhin Nachholbedarf.
Auslöser für die jahrelange Unterbrechung war eine Schiffskollision im Jahr 2015. Damals rammte ein Frachter die geschlossene Friesenbrücke und beschädigte sie so schwer, dass ein Neubau notwendig wurde. Fußgänger und Radfahrer können die neue Brücke bereits seit September 2025 nutzen. Nun kehrt auch der Zugverkehr zurück und schließt damit eine seit fast elf Jahren bestehende Lücke im grenzüberschreitenden Bahnnetz.
Bildquelle: Arriva / Daan de Schiffart
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