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Bahn-Konkurrenz aus Italien: Bundesnetzagentur macht Weg für Italo frei

  • vor 4 Tagen
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Bahn-Konkurrenz aus Italien: Bundesnetzagentur macht Weg für Italo frei

Die Bundesnetzagentur hat den Weg für den Einstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo in den deutschen Fernverkehr endgültig freigemacht. Mit ihrem Beschluss setzt die Behörde die bereits im Juni vorgestellten Pläne um und verpflichtet die Bahninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO, Wettbewerbern künftig Kapazitäten auf wichtigen Fernverkehrsstrecken einzuräumen.

Auf besonders stark ausgelasteten Verbindungen zwischen großen Städten darf DB InfraGO künftig nur noch 60 bis 75 Prozent der verfügbaren Kapazitäten an ein einzelnes Bahnunternehmen vergeben. Die Regelung trifft vor allem die Deutsche Bahn, die im Fernverkehr bislang einen Marktanteil von rund 95 Prozent hält.


Den konkreten Höchstwert soll DB InfraGO jeweils bei der jährlichen Fahrplanerstellung festlegen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur soll damit sichergestellt werden, dass auf den betroffenen Strecken mindestens ein Wettbewerber zum Zug kommt.


Die Bonner Behörde erklärte, sie sei sich bewusst, dass die Entscheidung „einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann“. Behördenchef Klaus Müller sieht darin zugleich eine Chance: „Mehr Wettbewerb hat das Potenzial, bessere Angebote für die Fahrgäste zu schaffen.“


Mehrere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen versucht, die Entscheidung noch zu beeinflussen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) warnte davor, dass sich DB Fernverkehr aus weniger rentablen Regionen zurückziehen könnte, sobald Italo auf lukrativen Strecken als Konkurrent auftritt. „Wir brauchen ein stabiles System, das den Bahnverkehr in der Fläche garantiert und nicht noch erschwert“, erklärte Bernreiter.


Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG befürchtet, dass die Deutsche Bahn infolge möglicher Gewinneinbußen Verbindungen in weniger profitable Städte streichen könnte. Genannt wurden insgesamt 16 Städte, darunter Augsburg und Bamberg.


Die Deutsche Bahn selbst warnt ebenfalls vor möglichen Folgen: Mehr Wettbewerb auf besonders profitablen Strecken könne zulasten des Angebots auf weniger stark nachgefragten Verbindungen gehen. Zusätzlich erschwerten bereits bestehende Kapazitätsengpässe an stark befahrenen Bahnknoten die Situation.


Bildquelle: ITALO EVO

 
 
 

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