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Bahn bleibt im Krisenmodus: Palla baut um, Fahrgäste warten weiter

7. Okt.
1 Min. Lesezeit
Bahn bleibt im Krisenmodus: Palla baut um, Fahrgäste warten weiter

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt steht Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla unter Druck: Trotz erster Reformen bleiben Verspätungen, Störungen und Baustellen für Reisende Alltag. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr liegt derzeit bei 52,4 Prozent. Bis zum Jahresende soll sie auf 60 Prozent steigen, angesichts des angeschlagenen Schienennetzes ein ambitioniertes Ziel.

Im Konzern hat Palla bereits Veränderungen durchgesetzt. Der Vorstand wurde von sechs auf vier Mitglieder verkleinert, die erste Führungsebene von 42 auf 22 Organisationseinheiten reduziert. Zusätzliche Reinigungsteams und mehr Sicherheitspersonal an den 25 größten Bahnhöfen sollen das Reisen angenehmer machen. Auch wirtschaftlich gibt es ein positives Signal: Im ersten Halbjahr 2026 meldete die Bahn ein Plus von 147 Millionen Euro.


Auf der Schiene dürfte die Entlastung allerdings länger auf sich warten lassen. Defekte Weichen, Signalstörungen und Fahrzeugprobleme treffen auf umfangreiche Sanierungsarbeiten. Auf der Verbindung zwischen Berlin und Hannover müssen Fahrgäste wegen Umleitungen bis Ende 2027 rund eineinhalb Stunden mehr Reisezeit einplanen. Künftig sollen weniger große Sanierungen gleichzeitig stattfinden, um die Belastung zu begrenzen. Dadurch verlängert sich jedoch die Erneuerung des Netzes insgesamt.


Während die Politik bis Ende 2029 eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent fordert, richtet Palla den Blick bereits auf 2035. Zum 200-jährigen Bestehen der Eisenbahn in Deutschland soll das Gröbste geschafft sein. Einen kurzfristigen Lichtblick gibt es für Familien: Ab dem 26. Oktober wird das Familienticket zum dauerhaften Angebot. Für 99 Euro sollen Familien im ICE durch Deutschland hin- und zurückreisen können. Ob aus ersten Fortschritten eine verlässlichere Bahn wird, entscheidet sich für die Fahrgäste aber vor allem bei der nächsten Fahrt.


Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Christoph Soeder

 
 
 

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