„Millionen für Werbeclips“ Bahn-Kampagne sorgt für Ärger im Bundestag
- 9. Feb.
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Mit humorvollen Kurzvideos und Anke Engelke wollte die Deutsche Bahn die Stimmung der Fahrgäste verbessern. Die Kampagne kostete laut „Bild am Sonntag“ rund sieben Millionen Euro, so viel wie die Jahresgehälter von etwa 100 Sicherheitskräften. Obwohl die Webserie inzwischen gestoppt wurde, beschäftigt sie nun den Bundestag.
Eine Fortsetzung von „Boah, Bahn!“ wird es 2026 nicht geben. Offiziell passe das Format nicht mehr in die Zeit, tatsächlich wurde die Serie jedoch angesichts der angespannten Sicherheitslage im ÖPNV politisch brisant.
In den drei- bis vierminütigen Episoden spielt Anke Engelke die Zugchefin Tina, die mit typischen Bahnproblemen wie Verspätungen oder defekten Kaffeemaschinen konfrontiert ist. Die Botschaft: Der Bahnalltag sei nur mit Humor zu ertragen.
Die Kosten der Kampagne wollten Bahn und Verkehrsministerium zunächst geheim halten. Bundestagsabgeordnete durften Unterlagen nur in der Geheimschutzstelle einsehen. Nach der Streichung der günstigen Familienreservierung gaben verärgerte Abgeordnete die Summe jedoch an die „Bild am Sonntag“ weiter.
Nun soll die Kampagne im Innen- und Verkehrsausschuss beraten werden. SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler sprach von einem Skandal und betonte, mit dem Geld hätten mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte finanziert werden können.
Die Deutsche Bahn verweist auf Geschäftsgeheimnisse, betont aber, das Budget habe im branchenüblichen Rahmen gelegen. Unabhängig davon bestätigte sie, dass die Serie nicht fortgesetzt wird. Kritik kommt auch von der Bahngewerkschaft EVG, die fragt, ob Investitionen in Pausenräume oder Bodycams sinnvoller gewesen wären.
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Tobias Schult
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