Milliarden, Sperrungen, Stillstand: Bahn erntet heftige Kritik für Sanierungspläne
- 19. Jan.
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Die Sanierungspläne der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen sorgen weiterhin für Unmut. Kritiker sprechen von einer „Schummel-Sanierung“ und werfen dem Konzern mangelnde Konsequenz vor. Dabei ist der Modernisierungsbedarf unbestritten: Defekte Stellwerke, marode Oberleitungen und überlastete Strecken führen regelmäßig zu Verspätungen und Einschränkungen.
Besonders betroffen ist die wichtige Bahnverbindung zwischen Hagen, Wuppertal und Köln, die die Bahn selbst als zentrale Verkehrsachse in NRW bezeichnet. Seit Ende Dezember kommt es dort bereits zu Einschränkungen. Ab dem 6. Februar soll die Strecke komplett gesperrt werden, die Wiederinbetriebnahme ist für den 10. Juli geplant.
Laut Bahn haben sich Gleise, Oberleitungen und Stellwerke seit 2021 stark verschlechtert. Die Sanierung sei daher dringend notwendig. Insgesamt sollen rund 800 Millionen Euro investiert werden, unter anderem für 75 Kilometer neue Gleise, 35 Kilometer erneuerte Oberleitungen, 68 neue Weichen und zwei zusätzliche Überleitstellen.
Kritik gibt es jedoch an der Entscheidung, mehrere stark sanierungsbedürftige Stellwerke nicht zu erneuern. Eine Anfrage der Grünen zeigt, dass mehrere Anlagen schlechte bis sehr schlechte Zustandsnoten erhalten haben. Trotzdem sind hierfür aktuell keine Maßnahmen vorgesehen.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel bezeichnet das Vorhaben daher als „Schummel-Sanierung“. Aus seiner Sicht hätte es ausreichend Zeit für eine umfassendere Planung gegeben. Die Bahn verweist hingegen auf kurze Vorlaufzeiten und fehlende laufende Projekte.
Auch der Güterverkehr zeigt sich besorgt. Neele Wesseln vom Verband der Güterbahnen wirft der Bahn vor, ihr Versprechen zu brechen, nach der Sanierung mehrere Jahre auf weitere Sperrungen zu verzichten. Gerade für den Güterverkehr sei eine verlässliche und realistische Bauplanung entscheidend.
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Daniel Karmann
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