Entscheidende Woche im Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL
- 23. Feb.
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Eskalation oder Durchbruch? Bei den Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) beginnt die entscheidende Phase. Bis Freitag bleibt Zeit für eine Einigung, andernfalls drohen den Fahrgästen im März erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr.
Es ist die fünfte Runde im laufenden Tarifkonflikt. Der bisherige Vertrag lief Ende Dezember aus, bis Ende Februar gilt noch die Friedenspflicht, in der keine Streiks möglich sind. Entsprechend ruhig verliefen die Gespräche bislang. GDL-Chef Mario Reiß wies jedoch zuletzt das Angebot der Bahn zurück und schloss einen Abbruch der Verhandlungen nicht aus.
Die GDL fordert insgesamt acht Prozent mehr Geld. 3,8 Prozent sollen über eine direkte Entgelterhöhung erfolgen, weitere Steigerungen über Änderungen im Tarifsystem, etwa durch eine zusätzliche Tarifstufe. Die Bahn bietet eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent in zwei Schritten sowie weitere 2,2 Prozent durch tarifliche Anpassungen an. Zudem ist eine Einmalzahlung von 400 Euro vorgesehen. Strittig bleibt die Laufzeit: Die Bahn strebt 30 Monate an, die GDL fordert zwölf.
Ein weiterer Konfliktpunkt ist das Tarifeinheitsgesetz, wonach in einem Betrieb nur der Tarifvertrag der mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. In den meisten der rund 300 Bahn-Betriebe ist das die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. In einigen Fällen sind die Mehrheiten jedoch unklar, was seit Jahren auch juristisch umstritten ist. Die Bahn hat hierzu neue Vorschläge vorgelegt.
Trotz der Differenzen zeigten sich beide Seiten zuletzt vorsichtig optimistisch. Für die Fahrgäste bleibt die Hoffnung auf eine Einigung.
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Claus Weber
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