top of page

Beitrag

Bahnchefin Palla beruft Sicherheitsgipfel ein

  • 6. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit
Bahnchefin Palla beruft Sicherheitsgipfel ein

Nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan C. in Rheinland-Pfalz will Bahnchefin Evelyn Palla in den kommenden Tagen zu einem Sicherheitsgipfel einladen. Ziel sei es, alle Verantwortlichen für die Sicherheit im Bahnverkehr zusammenzubringen, darunter Länder, Aufgabenträger des Regionalverkehrs, Bundespolitik, Gewerkschaften, Bundespolizei und Vertreter der Bahnbranche.


Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Palla betonte, dass Gewalt und Aggressivität im öffentlichen Raum in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hätten und das Problem gesamtgesellschaftlich angegangen werden müsse.


Auch Länder beraten über mehr Schutz:


Auch die Verkehrsminister der Länder kündigten Beratungen über besseren Schutz für Nahverkehrsbeschäftigte an. Diese sollen am 25. und 26. März in Lindau stattfinden. Sachsen-Anhalts Ministerin Lydia Hüskens nannte als mögliche Maßnahmen mehr Sicherheitspersonal, Schulungen, technische Ausstattung wie Bodycams sowie schnelle Rechtsprechung.


Zunehmende Gewalt gegen Bahnpersonal:


Die Deutsche Bahn registrierte im vergangenen Jahr über 3.000 Angriffe auf Mitarbeitende, etwa acht pro Tag. Laut Bundespolizei wurden 2025 insgesamt 2.689 Gewaltdelikte gegen Bahn-Beschäftigte erfasst, nach 2.412 im Jahr 2024. Besonders betroffen sind Zugbegleiter im Regionalverkehr, aber auch Sicherheits- und Servicekräfte.

Von Januar bis Oktober 2025 wurden 1.555 Körperverletzungen sowie 1.148 Bedrohungen registriert.


Forderungen nach mehr Personal und Technik:


Gewerkschaften fordern unter anderem eine Doppelbesetzung in Regionalzügen, damit Mitarbeitende nicht allein arbeiten müssen. Die Gewerkschaft der Polizei verlangt zusätzlich mehr Bundespolizisten, stärkere Präsenz an Bahnhöfen und bessere Videoauswertung.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sieht ebenfalls offenen Handlungsbedarf, etwa bei Personalstärke und technischer Ausstattung wie Bodycams, die bereits teilweise genutzt werden, aber datenschutzrechtlich umstritten sind.


Gedenken und Appelle an die Gesellschaft:


Bei einer Gedenkveranstaltung forderte Ministerpräsident Alexander Schweitzer mehr Respekt und Zivilcourage. Gewalt beginne oft schon bei Beleidigungen. Auch Bundespräsident Steinmeier sprach der Familie des Opfers sein Mitgefühl aus und betonte die gesellschaftliche Anteilnahme.


Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Christian Plambeck

 
 
 

Kommentare


bottom of page