Streit um Manager-Boni: Pro Bahn warnt Bilger vor den Tricks der Bahn-Führung
- 10. Aug.
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Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will Bonuszahlungen für Bahn-Vorstände künftig stärker an konkrete Ziele knüpfen. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den höheren Druck auf die Führungsebene, warnt jedoch vor möglichen Schlupflöchern bei der Bewertung der Leistungen.
Entscheidend sei vor allem, wie die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn künftig berechnet werde. Pro-Bahn-Chef Lukas Iffländer fordert, Verspätungen bereits ab drei Minuten zu erfassen – so, wie es beispielsweise in der Schweiz üblich ist. In Deutschland gilt ein Zug bislang erst ab sechs Minuten als verspätet. Auch ausgefallene Verbindungen müssten nach Ansicht des Verbands als unpünktlich in die Statistik eingehen.
Iffländer warnte den Verkehrsminister davor, sich bei der Gestaltung der Bonusregeln „austricksen“ zu lassen. In der Vergangenheit hätten Bahn-Manager die Vorgaben des Ministeriums immer wieder umgehen können. Weil ausgefallene Züge nicht als verspätet gewertet würden, seien teilweise Haltestellen ausgelassen worden. Auf diese Weise hätten Züge auf der Rückfahrt wieder als pünktlich gelten können.
Kritik übte der Fahrgastverband auch an früheren Bonuszahlungen. So habe der ehemalige Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hohe Boni erhalten, obwohl damals bereits deutlich gewesen sei, dass das Schienennetz umfassend saniert werden müsse.
Bilger solle sich deshalb bei der Entwicklung der neuen Vergütungsregeln von unabhängigen Fachleuten beraten lassen. Es sei wenig sinnvoll, erneut ausschließlich auf diejenigen zu setzen, die bereits an den bisherigen Bonusmodellen mitgewirkt und dabei entsprechende Lücken hinterlassen hätten. Zudem müsse das Bundesverkehrsministerium stärker auf die Erfahrungen von Branchenvertretern und Fahrgastverbänden hören.
Bilger hatte angesichts der anhaltenden Verspätungen zuletzt den Druck auf die Führung der Deutschen Bahn erhöht. Werden die vom Bund festgelegten Ziele nicht erreicht, soll sich dies künftig direkt auf die Bonuszahlungen der verantwortlichen Manager auswirken. Bis 2029 soll die Bahn eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent erreichen.
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Kilian Müller
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