Last Minute mit der Bahn: Wie günstig spontane ICE Fahrten wirklich sind
- 11. Mai
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Die Deutsche Bahn startet pünktlich vor der Urlaubssaison einen neuen Testlauf für spontane Reisende. Fernverkehrstickets ab 6,99 Euro sollen künftig vor allem Menschen ansprechen, die kurzfristig verreisen möchten. Buchbar sind die günstigen Tickets ausschließlich am Wochenende und jeweils für Fahrten in der darauffolgenden Woche. Während bislang vor allem Frühbucher von besonders niedrigen Preisen profitiert haben, setzt die Bahn nun erstmals gezielt auf spontane Reisen.
Doch wie attraktiv ist das Angebot tatsächlich und kann spontanes Bahnfahren preislich wirklich mit dem Auto mithalten?
Schon heute zeigt sich, dass kurzfristige Bahnreisen häufig günstiger sind als viele vermuten. Wer spontan von Berlin nach Erfurt reisen möchte, zahlt für eine ICE Verbindung teilweise nur 14,99 Euro. Gleichzeitig überzeugt die Bahn nicht nur beim Preis, sondern auch bei der Reisezeit. Früh am Morgen dauert die Fahrt gerade einmal eine Stunde und 41 Minuten und ist damit deutlich schneller als die Strecke mit dem Auto. Ein weiterer Vorteil liegt für viele Reisende auf der Hand. Während man im Auto die gesamte Zeit konzentriert fahren muss, lässt sich die Zeit im Zug deutlich entspannter nutzen. Arbeiten, lesen oder einfach abschalten ist problemlos möglich.
Mit dem Auto entstehen dagegen allein für Kraftstoff auf der rund 300 Kilometer langen Strecke schnell Kosten von etwa 35 Euro. Hinzu kommen laufende Ausgaben wie Versicherung, Wartung oder Verschleiß, die im Alltag oft unterschätzt werden. Noch günstiger wird spontanes Reisen mit dem Deutschlandticket. Wer das Ticket ohnehin besitzt, kann viele Strecken praktisch ohne zusätzliche Kosten zurücklegen. Allerdings braucht man dafür deutlich mehr Zeit. Die Fahrt von Berlin nach Erfurt dauert mit Regionalbahnen statt knapp zwei Stunden eher viereinhalb bis fünf Stunden. Dafür ist der Nahverkehr sowohl am Start als auch am Zielort bereits enthalten und zusätzliche Tickets oder komplizierte Tarifsysteme entfallen komplett.
Dass spontane Bahnreisen nicht automatisch günstig sind, zeigt sich allerdings bei längeren Verbindungen wie Berlin nach Dortmund. Hier liegen kurzfristige ICE Preise oft deutlich höher und starten tagsüber selten unter 49,99 Euro. Zwar gibt es günstigere Nachtverbindungen, doch diese bringen längere Fahrzeiten und weniger Komfort mit sich. Auch in diesem Fall bleibt das Deutschlandticket die preiswerteste Alternative, verlangt mit rund acht Stunden Fahrzeit jedoch einiges an Geduld. Gerade auf solchen Strecken könnte das neue 6,99 Euro Angebot künftig interessant werden. Wenn die Bahn das Modell weiter ausbaut, könnten spontane Fernreisen deutlich attraktiver werden als bisher.
Auch Familien profitieren weiterhin von den bekannten Vorteilen der Bahn. Kinder unter sechs Jahren reisen kostenlos mit. Kinder zwischen sechs und 14 Jahren fahren ebenfalls gratis, wenn sie auf dem Ticket eingetragen werden. Bis zu vier Kinder können dabei mitgenommen werden, unabhängig davon, ob es die eigenen Kinder, Enkel oder Freunde der Familie sind. Sitzplatzreservierungen kosten zwar weiterhin extra, doch viele der günstigen Verbindungen liegen außerhalb der typischen Hauptreisezeiten. Dadurch dürften die Züge oft weniger ausgelastet sein und spontane Ausflüge zu Freunden oder Verwandten unkomplizierter möglich werden.
Am Ende zeigt der neue Test der Deutschen Bahn vor allem eines. Spontanes Bahnfahren muss nicht teuer sein. Wer zeitlich flexibel ist und auch Randzeiten in Kauf nimmt, kann bereits heute erstaunlich günstig durch Deutschland reisen und künftig vielleicht sogar für weniger als sieben Euro. Für klassische Familienurlaube bleibt der Frühbucherrabatt dennoch weiterhin die bessere Wahl. Wer früh plant, erhält meist angenehmere Reisezeiten und mehr Auswahl bei den Verbindungen. Bleibt nur die Frage, warum die günstigen Tickets bislang ausschließlich am Wochenende freigeschaltet werden. Technisch dürfte es längst möglich sein, solche Angebote rund um die Uhr verfügbar zu machen.
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Kilian Müller
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