Italo greift im deutschen Fernverkehr an – Großauftrag für Siemens
- 21. Juli
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Aktualisiert: vor 4 Tagen

Der italienische Bahnkonzern Italo treibt seinen geplanten Einstieg in den deutschen Fernverkehr voran. Für den Betriebsstart im Jahr 2028 bestellt das private Unternehmen 26 Hochgeschwindigkeitszüge bei Siemens Mobility. Das gesamte Auftragsvolumen beläuft sich auf rund drei Milliarden Euro.
Ab Mitte 2028 sollen die neuen Velaro-Züge auf den Verbindungen München–Berlin–Hamburg sowie München–Köln–Dortmund eingesetzt werden. Geplant sind insgesamt 50 Fahrten pro Tag. Die Züge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Das Modell ist bereits als ICE 3 neo bei der Deutschen Bahn im Einsatz.
Neben den 26 fest bestellten Fahrzeugen sicherte sich Italo eine Option auf 14 weitere Züge. Zum Vertrag gehört außerdem eine Wartungsvereinbarung über 30 Jahre. Produziert werden sollen die Fahrzeuge im Siemens-Werk in Krefeld, während die Instandhaltung im Siemens-Depot in Dortmund vorgesehen ist. Der reine Wert der Zugbestellung dürfte, gemessen an vergleichbaren Aufträgen, bei knapp einer Milliarde Euro liegen.
Rückenwind für den Markteintritt erhielt Italo zuletzt durch eine Entscheidung der Bundesnetzagentur. Diese verpflichtete die DB-Infrastrukturtochter InfraGO dazu, auf besonders stark ausgelasteten Strecken künftig nur noch 60 bis 75 Prozent der verfügbaren Kapazitäten an ein einzelnes Bahnunternehmen zu vergeben. Bislang verfügt die Deutsche Bahn im Fernverkehr über einen Marktanteil von rund 95 Prozent. Neben Italo möchte auch Flixtrain seine Position auf dem deutschen Markt weiter ausbauen.
Insgesamt plant Italo Investitionen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro für die Expansion nach Deutschland. Darin enthalten sind neben den neuen Zügen auch die Einstellung und Ausbildung von etwa 2.500 Mitarbeitenden sowie Investitionen in Bahnhöfe und IT-Systeme.
„Nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur gehen wir nun die konkreten Schritte für den Betriebsstart 2028 an“, erklärte Italo-Vorstandschef Gianbattista La Rocca. Die umfangreichen Investitionen würden zeigen, wie ernst es dem Unternehmen mit dem Einstieg in den deutschen Fernverkehr sei.
Hinter Italo stehen finanzstarke private Investoren. Dazu zählen unter anderem die Schweizer Reederei MSC, Global Infrastructure Partners, eine Tochtergesellschaft von BlackRock, sowie der Versicherungskonzern Allianz. Die beiden für den Deutschlandbetrieb und die Zugflotte verantwortlichen Gesellschaften haben ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Bildquelle: TeamBahn
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