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Hitzewelle: Deutsche Bahn ermöglicht vorsorgliche Zugausfälle

  • 29. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Hitzewelle

Deutschland steht eine weitere Hitzewelle bevor. Um den Bahnverkehr bei Temperaturen von mehr als 35 Grad stabiler und zuverlässiger zu gestalten, hat die Deutsche Bahn ein kurzfristiges Sonderprogramm angekündigt. Dieses ermöglicht es Eisenbahnunternehmen, ihr Angebot vorübergehend zu reduzieren und einzelne Züge vorsorglich ausfallen zu lassen.

Dafür setzt die DB InfraGO zwischen dem 30. Juli und dem 6. August bestimmte Regelungen des Trassennutzungsvertrags aus. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gilt die Regelung aufgrund der erwarteten hohen Temperaturen bereits ab Mittwoch, dem 29. Juli.


Mit der Maßnahme verfolgt die Deutsche Bahn zwei Ziele: Zum einen sollen die zusätzlichen Kapazitäten und Reserven im Netz die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die verbleibenden Züge zuverlässig verkehren. Zum anderen sollen Fahrgäste frühzeitig und transparent darüber informiert werden, welche Verbindungen möglicherweise entfallen. Auf diese Weise möchte die Bahn den Betrieb auch bei extremen Wetterbedingungen möglichst stabil halten.


„Künftig werden wir bei angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35 Grad vorausschauender handeln“, erklärt DB-InfraGO-Chef Philipp Nagl. Bereits im Vorfeld wolle man den Eisenbahnverkehrsunternehmen empfehlen, ihr Angebot an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Nur so könne die Stabilität des gesamten Systems gesichert werden.

Ob und welche Verbindungen tatsächlich gestrichen werden, entscheiden die jeweiligen Aufgabenträger des Nahverkehrs und die Eisenbahnunternehmen selbst. Mehrere Anbieter haben jedoch bereits erklärt, die neue Möglichkeit nicht nutzen zu wollen. Ein Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbunds betonte gegenüber FOCUS online, dass wichtige Fahrtanlässe im Regionalverkehr, etwa der Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen, auch bei hohen Temperaturen bestehen blieben. Daher sei fraglich, ob eine Reduzierung des Angebots tatsächlich dem Bedarf der Fahrgäste entspreche.


Auch zwei in Bayern tätige Bahnunternehmen lehnen vorsorgliche Einschränkungen ab. Arverio Bayern erklärte, dass die Menschen auch bei großer Hitze zuverlässig von A nach B kommen müssten. Deshalb werde das Unternehmen nicht weniger Züge einsetzen als geplant. Die Bayerische Regiobahn verfolgt einen ähnlichen Kurs und sieht derzeit weder hitzebedingte Fahrplanänderungen noch Zugausfälle vor.


Bereits im Juni hatte die Deutsche Bahn mit einer besonderen Regelung auf extreme Temperaturen reagiert. Fahrgäste, die ihre geplante Reise aufgrund der angekündigten Hitze nicht antreten wollten, konnten ihre Fernverkehrstickets vorübergehend ohne zusätzliche Gebühren stornieren. Eine erneute Anwendung dieser Kulanzregelung wäre grundsätzlich denkbar. Davon könnten sowohl Reisende profitieren, die weiterhin auf den Zug angewiesen sind, als auch diejenigen, die ihre Fahrt wegen der Hitze lieber verschieben möchten.


Die hohen Temperaturen stellen den Bahnverkehr allerdings nicht nur organisatorisch, sondern auch technisch vor Herausforderungen. Immer wieder kommt es sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr zu Problemen mit Klimaanlagen. Die bevorstehende Hitzewelle zeigt deshalb erneut, wie wichtig es ist, Züge und Infrastruktur langfristig widerstandsfähiger gegen extreme Temperaturen zu machen.


Bildquelle: TeamBahn

 
 
 

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